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Seit dem 1.4.2007 haben alle gesetzlich versicherte Personen einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation
und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Sozialgericht stärkt die
Rechte von Schmerzpatienten:
Mittlerweile gibt es zu diesem Thema ein weiteres Urteil, diesmal sogar vom Landessozialgericht Hamburg. Danach hat ein Schmerzpatient auch Anspruch auf moderne Blockadetechniken mit eingepflanztem Katheter. Der Hintergrund war der, daß eine Rentenversicherung einen Patienten in eine Reha-Klinik schicken wollte, in der der Leitende Arzt zwar die Zusatzausbildung "Spezielle Schmerztherapie" besitzt, aber die modernen, kontinuierlichen Schmerzausschaltungstechniken nicht durchgeführt werden (können). Hier gelangen Sie zu diesem Urteil (einfach anklicken).
Links zu empfehlenswerten Einrichtungen: Schmerzklinik (1): www.schmerzklinik-1a.de, Schmerzklinik (2): www.schmerzklinik-1.de Schmerzklinik (3): www.schmerzklinik.biz www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel www.norderney-insel-hotel.de |
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Informationen über
Schmerzerkrankungen CRPS TYP I Manche verwenden statt der römischen Ziffer I die Zahl 1. Nach der International Association for the Study of Pain gilt offiziell aber die römische Ziffer. Der Begriff: CRPS ist die Abkürzung für den engl. Ausdruck "Complex Regional Pain Syndrome" - auf deutsch: Komp lexes reg ionales Schmerzsyndrom. Man unterscheidet: In der Literatur wird das Risiko, ein C RPS Ty p I (1) zu erleiden auf 0,05% bis 5% geschätzt. Betroffen sind fast nur Erwachsene, überwiegend das weibliche Geschlecht zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Beim CRPS Typ I handelt es sich um reaktive, neurovaskulär (= Nerven - und Gefäßsystem betreffend) bedingte, in 3Stadien ablaufende Weichteil - und Knochen veränderungen rumpfferner Gliedmaßen abschnitte. Es liegt eine Algodystrophie (= schmerzhafte Organstörung) in ausgeprägter Form vor.Die Erkran kung beruht auf einer Zirkulationsstörung mit anschließender Bildung von schrumpfendem Bindegewebe und nachfolgenden bleibenden Funktionsstörungen. Die Art der Gewebsveränderungen läßt an eine lokal begrenzte vegetative Entgleisung denken (Debrunner 1988), es liegt eine lokale (= örtliche) Stoffwechselstörung vor.
Die Pathogenese (= Entstehung und Entwicklung eines krankhaften Geschehens) ist nicht bekannt. In aller Regel geht ein Trauma (= Verletzung), z.B. ein Knochenbruch im Bereich der Extremitäten (= Arme, Beine) voraus, aber auch iatrogen (= durch ärztliche Einwirkung im Rahmen von Diagnostik oder Therapie entstanden) möglich. Selten tritt diese Er krankung auch im linken Arm nach einem Herzinfarkt auf. Da ein C RPS Ty
p I aber nicht zwingend nach jeder Verletzung auftritt, muß es
eine individuelle Kran
kheitsdisposition
(= Kran kheitsanfälligkeit) mit
besonderer vegetativer
(= das unwillkürliche Nervensystem betreffende)
Labilität geben. Manche Autoren vermuten auch eine psychische Labilität. Die drei (klassischen) Stadien der Erkran kung:
1.
Akutes Stadium
2.
Dystrophisches (= durch
Mangel- oder Fehlernährung bedingte Störungen und Veränderungen einzelner
Körperteile betreffendes) Stadium
3.
Stadium der At rophie
Behandlung beim CRPS Typ I: 1) Systemisch (= den Gesamtorganismus betreffende) medikamentöse Behandlung:
Teilweise wird auch die Gabe von Bisphosphonaten empfohlen (Varenna M, et al
2000). Medikamente aus dieser Gruppe werden u.a. auch zur Behandlung der
Osteoporose
verwendet. 2) Lokale (= örtliche) medikamentöse Therapie bei CRPS Typ I:
3) Therapeutische Lokalanästhesie Nachstehend beschriebene, invasive (= in den Körper eindringende) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim. Die konsequente Anwendung
der
therapeutischen Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika) führt beim
CRPS Typ I (1) zu beachtlichen Erfolgen. · Hüfte: Kontinuierliche Blockade des Plexus lumbalis mittels N. femoralis-Katheter** · Oberschenkel, Knie: Kontinuierliche Blockade des N. femoralis** (periphere Variante) · Unterschenkel (hinten und außen) sowie Füße: Kontinuierliche Blockade des N. ischiadicus** Auch die
Nerven
femoralis und ischiadicus führen vegetative Fasern, so daß die erwünschte
Sympathikolyse (=
gefäßerweiternde und damit durchblutungssteigernde Wirkung)
ebenfalls eintritt. Begleitend hat sich auch eine Infusionsserie mit Lidocain 2% (= ein mittellang wirkendes, örtliches Betäubungsmittel) als hilfreich erwiesen. Dabei werden unter Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen eingehalten werden sollte. Man kann Lidocain auch serienmäßige mittels intraarterieller Injektionen (= Spritzen in eine Schlagader) in die A. femoralis oder A. brachialis (= Bein- oder Armschlagader) verabreichen, je nach Lokalisation (= Ort, Körperstelle) der Schmerzerkrankung, so z.B. 2-3 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 8-12 Stunden über 10 Tage. Dabei gelangt das örtliche Betäubungsmittel in die sog. Endstrombahn und führt dort zu der gewünschten Gefäßerweiterung (Sympathi kolyse) bei gleichzeitiger Schmerzlinderung. Selbst wenn die Blutader nicht genau getroffen wird, tritt trotzdem eine gefäßerweiternde Wirkung ein, da um das Blutgefäß herum sympathische (= Teil des unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nervenfasern verlaufen. So wird z.B. in der Neuraltherapie aus diesem Grunde bewußt um das Gefäß herum infiltriert. Manche Autoren empfehlen sog.
Sympathikus-Blockaden mit Guanethidin. Der Wirkstoff findet
auch zur Behandlung eines Bluthochdrucks Verwendung. Der Wirkmechanismus beruht
auf der Verminderung der Freisetzung des Botenstoffs Noradrenalin aus den
Endigungen der Nervenzellen. Vorteil dieser intravenösen Blockademethode
(= das Medikament wird in
ein zum Herzen zurückführendes Gefäß eingespritzt, wobei aber z.B. der Arm
vorübergehend abgestaut wird) ist,
daß die Wirkung bis zu 72 Stunden anhalten kann. Nachteil ist das gegenüber den
Nervenblockaden deutlich erhöhte Behandlungsrisiko. 4) Andere, zusätzliche Therapiemaßnahmen: · Akupunktur (Schmerzakupunktur) · Als physikalische Therapiemaßnahme eignet sich bei dieser Kran kheit die Ultraschallbehandlung (Thomalske 1991). · Auch die Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) kann hilfreich sein. · Ganz wichtig sind bei einem C RPS Ty p I therapiebegleitend intensive krankengymnastische Übungsbehandlungen (auch Lymph drainagen) und eine funktionelle Ergotherapie. Die krankengymnastische Übungsbehandlungen dürfen aber nicht schmerzhaft sein, weil sich sonst die Blutgefäße zusammenziehen und damit die lokale Stoffwechselstörung begünstigt wird. Optimal ist die Krankengymnastik, wenn durch die eben beschriebene Blockadebehandlung die Schmerz reizleitung weitgehend ausgeschaltet wird. · Hypnoide (= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson aber auch ein Schmerzbewältigungstraining sind eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Neuerdings führen wir beim CRPS Typ I im Bereich der unteren Extremitäten (= Beine) zusätzlich mit gutem Erfolg die SynOpsis Therapie durch. Die Unterschenkel des Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz pulssynchron (= in Ahängigkeit vom Pulsschlag) zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales (= im gleichen Rhythmus) Gefäßtraining. Über eine Verbesserung der Durchblutung wird der lokal (= örtlich) gestörte Stoffwechsel optimiert. Mehr über diese Therapie erfahren Sie hier: www.1-avk.de (einfach anklicken). **Bei
der sog. kontinuierlichen Blockade eines Nerven mit Katheter wird der dünne
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner
ven eingepflanzt. Die Einpflanzung
erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht
“aufgeschnitten” werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals
täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das
Lokalanästhetikum
(=
örtliche Betäubungsmittel)
völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des
örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe
angeschlossen werden. Das
örtliche Betäubungsmittel
wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei
gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend
krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die
schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch
die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung und damit Optimierung des lokalen
(= örtlichen) Stoffwechsels
(besonders wichtig beim C
RPS Ty
p I) resultiert. Wer
zahlt eine erforderliche, stationäre Rehabilitationsbehandlung?
Haftungshinweis: Aktualisiert:>05.03.2008</> ku SB & ----------------------------------------------------------------- <strong>CRPS
Typ I</strong>
<strong>CRPS Typ 1</strong>
www.crps-typ-1.de |